Ratschen18.MarktGründonnerstag und Karfreitag  

Am Gründonnerstag

gedenkt die Kirche des letzten Abendmahls und der bangen Stunden Jesu am Ölberg bis zur Verhaftung. Das Tagesevangelium stammt von Johannes. Im Gegensatz zu den anderen drei Evangelisten beschreibt er bei der Abendmahlsszene nicht vorrangig, wie Jesus mit den Worten, „das ist mein Fleisch, das ist mein Blut“ Brot und Wein an seine Jünger verteilt. Der Evangelist Johannes stellt eine andere Szene in den Mittelpunkt seines Berichtes. Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße, eine Aufgabe, die der niedrigste Diener zu verrichten hatte. Er, der Sohn Gottes, prägt seinen Begleitern eindringlich ein, an ihren Brüdern und Schwestern ebenso demütig zu handeln.  Beim Gloria in der Gründonnerstagsmesse erklingen Orgel und Glocken letztmalig bis zur Auferstehungsfeier, anschaulich in dem Bild beschrieben, dass die „Glocken nach Rom fliegen“. Ebenso bekannt ist die Tradition, welche sich in Ergänzung gebildet hat, das „Ratschengehen“ – ein alljährliches Highlight für die Ministranten unserer Pfarre. Karfreitag und Karsamstag hört man dann allenthalben die Kinder mit ihren Holzratschen knattern, verbunden mit der Aufforderung: „wir ratschen zum Gebet!“

Karfreitag

Während die protestantische Kirche diesen Tag als hohen Feiertag begeht, gilt der Karfreitag den Katholiken als ruhiger Arbeitstag. In unserer Pfarre traf zum zwölften Mal in Folge eine Gruppe Männer zusammen, um sich mit einer kleinen Wallfahrt auf das Karfreitagsgeschehen einzustimmen. Entlang des Weges von Klein Mariazell nach Kaumberg beten sie an Wegkreuzen und Kapellen den Kreuzweg. Zur Todesstunde Jesu, um drei Uhr Nachmittag, beginnt in der Pfarrkirche St. Michael die feierliche Andacht im Gedenken an das Sterben des Gottessohnes. In stiller Anbetung verharren Gläubige dann bis in die Abendstunden beim sogenannten „Heiligen Grab“, vor der Monstranz mit dem Allerheiligsten.

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Fotos: Othmar Rauscher