Ernte20.KroneErntedank heuer im Zeichen von Corona

Ein Erntedanksonntag wie aus dem Bilderbuch, wie schon so oft, könnte man meinen. Intensive Herbstfarben in den Wäldern und Gärten rund um Kaumberg, die milde Sonne wärmt gut und festlich gekleidete Menschen streben zur Pfarrkirche, die mit feierlichem Geläute zum Erntedankfest ruft. Und dennoch ist alles anders, heuer im Zeichen von Corona.

Die Gläubigen pilgern diesmal nicht zur Frönerhofkapelle, sie nehmen in der Kirche Platz, auf Distanz, nur die Hälfte der Bänke darf überhaupt besetzt werden. Pfarrer Slavomir zieht mit den Ministranten vor die Kirche, wo die Erntekrone steht, er segnet die Erntegaben, Felder und Wiesen mit den Dankgebeten zum Fest. Als symbolische Erntedankprozession schreitet dann die Ministrantenschar mit dem Herrn Pfarrer in das Gotteshaus, vier Burschen der Landjugend tragen die Erntekrone und die Abordnung des Bauernbundes zieht mit Festfahne als Abschluss zum Altar, den die Bäuerinnen mit vielfältigen Feldfrüchten geschmückt haben. Nicht das traditionelle, vielstrophige Erntedanklied erklingt heuer zum Einzug, nur einzelne Strophen von Lob- und Dankliedern dürfen überhaupt gesungen werden, mit Mund- und Nasenschutz deutlich gedämpft. Dafür erfreut die Bläsergruppe mit wohlklingender Instrumentalmusik.

ernte20.AltargruppeIn der Predigt bringt Pfarrer Slavomir den Kern des Festes auf den Punkt: Dankbarkeit erwächst aus dem Bewusstsein, dass wir beschenkt sind, denn eigentlich ist alles geschenkt. Was man sät, wird man in Fülle ernten. Das zeigt sich nicht nur in der Landwirtschaft, sondern in vielen Lebensbereichen. „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“ heißt es im Alten Testament, wenn ich Böses verbreite, kommt es vermehrt zu mir zurück. Doch auch im Guten wirkt dieses Prinzip, wer Gutes sät, darf auf lange Sicht darauf vertrauen. Pfarrer Slavomir ermutigt die Zuhörer, darauf zu achten und sich zum Guten zu entscheiden.