In der Pfarre Kaumberg hat sich eine seltene Tradition erhalten, das sogenannte „Schauerbeten“ am 15. Juni, dem Gedenktag des Heiligen Vitus.


Dabei handelt es sich um eine kleine Wallfahrt in unseren Nachbarort Thenneberg. Am Ortsbeginn steht zwischen zwei riesigen Linden eine alte Kapelle. Dort treffen die Kaumberger mit Pfarrer Jozef ein und erwarten den zuständigen Geistlichen. Betend zieht dann die Prozession zur Wallfahrtskirche mit der denkwürdigen Weihe „zum leidenden Heiland in der Dornau“, um dort die Hl. Messe zu feiern.


Die Gefahr eines Hagelschauers (daher „Schauer-beten“) ist heute nicht mehr so Existenz bedrohend, wie sie noch vor Jahrzehnten wahrgenommen wurde. Ein kräftiger Eisregen nach dem 15. Juni kann die unreifen Körner schon aus den Ähren schlagen, womit die Getreidevorräte für den kommenden Winter verdorben sind. Früher bedeutete dies Nahrungsmangel für Mensch und Tier. Im Jahr 2013 sind solche Ernteschäden selbstverständlich versichert und niemand in Mitteleuropa hungert, weil ein paar Hektar Getreideflächen keinen Ertrag bringen.

 

Gerade deshalb könnte uns die Tradition des „Schauerbetens“ an jene Menschen erinnern, die heute weltweit Not leiden und auf unsere Solidarität angewiesen sind.